Geste

Als Geste be-zeichne ich eine von einem menschlichen Wesen (einem Ich-Beobachter) willkürlich  erzeugte – einem bildhaften Emotionieren folgende und es rekursiv gestaltende – Körperbewegung (insbesondere der Hände und des Mundes),
—  die sich ontogenetisch einge-spielt hat und auch weiter fortlaufend ein-spielt
—  die ein Beobachter als stereotyp ansehen und daher wie ein unterscheidbares Objekt behandeln kann; und die der Ich-Beobachter insofern wiederholt abrufen kann
—  die der Ich-Beobachter einem anderen Ich-Beobachter performatorisch hier-und-jetzt zeigt
— sodass dieser sie – in der Form bildhaften Emotionierens – als „Geste“ lesen kann.

geste-merkel

Mittels Gesten können (wechselseitig für einander intransparente) Ich-Beobachter sich gegenseitig auf ihren jeweiligen kognitiven Bereich hin orientieren und auf diese Weise ihr Verhalten so koordinieren, dass ein soziales System emergieren kann,
— in dem die Bedeutung von Gesten scheinbar „a priori“ feststeht bzw. fortlaufend neu festgelegt wird und
— in dem sich materielle ebenso wie soziale Artefakte (Werkzeuge bzw. Rollen) herausbilden können, die wiederum mit Gesten (technisch) erzeugt bzw. (performatorisch) gehandhabt werden können.

Artefakte (materielle wie soziale) beobachte ich als in einem materiellen bzw. einem symbolischen Medium „eingefrorene“ Gesten. Sie bilden  sozusagen das Flussbett, in dem die Performanz von Gesten „fließen“ und rekursiv wieder das Flussbett formen kann.

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